E-MU Shortboard
3rd Party Keyboard in Rockband 3
für Live-Sound (Halb-Playback)
3rd Party Keyboard in Rockband 3
für Live-Sound (Halb-Playback)

Dieses E-MU Shortboard habe ich mir zusätzlich zum Yamaha PSR S710 zugelegt.
Das Shortboard dient mir weniger zum Zocken mit RB, vielmehr soll es mir als Übungspartner und Experimental-Gerät zur Seite stehen. Dennoch bietet es sich ja an, es auch auf seine RB-Tauglichkeit hin zu testen.
(positive) Haupteigenschaften:
-Handlich, dank der 49 Tasten und (Gott sei Dank!)fehlenden Lautsprecher
-Maße 820 x 280 x 70 mm
-gute strapazierfähige, anschlagdynamische Tastatur mit Aftertouch
-polyphone bis 128 Voice!!!
-Gute E-MU auf Proteus basierende gesampelte Synth-Sounds (64) auf - einem 64 MB Soundchip (8030) und brauchbare GM Sounds ( 128 ), die auch noch recht ordentlich klingen (hab da schon schlimmeres gehört)
-alle notwendigen Anschlüsse vorhanden, USB-Midi, Midi IN/OUT, Audio Line OUT und zwei(!) Kopfhöreranschlüsse
-3 fach optionale Stromversorgung über Netz, Batterie und USB
-schneller Zugriff auf die Instrumente über eine Matrix
-Split und Layer-Funktion
-Verschiedene Filter-Potis, wie Reverb, Chorus, Attack, Cut für schnelle Echtzeitmodulation
-Speichermöglichkeit der Filtereinstellungen
-robustes Pitchbend- u. Modulationsrad
-class compliant, keine Treiber bei PC/Mac Betrieb notwenig
Weniger gefallen tut mir das Gewicht von ca. 5 Kg, trotz der kompakten Maße von 82 cm Länge und 28 cm Tiefe. Das cremefarbene Gehäuse ist nicht unbedingt mein Geschmack und erinnert ein wenig an die PC-Tastaturen der 90er Jahre.
Insgesamt macht es jedoch einen sehr wertigen Eindruck, was man von anderen Geräten, die ich in den letzten Wochen in den Händen hatte, nicht behaupten konnte.
Damit ist das Shortboard bestens geeignet für den schnellen Live-GIG, ohne zusätzliche Hardware wie Computer!
Der PC-/Mac Anschluss
...gestaltet sich unproblematisch. Es wird sofort erkannt, sowohl von Hard- wie auch Software. Dennoch gab es gleich hier die ersten Ungereimtheiten.
Beim Test im Keyboard-Setup im Synthesia-Programm, übertrug das Shortboard seltsamerweise mehr als eine Note, ja sogar kleine „Melodien“, obwohl nur eine Taste gedrückt wurde.
Als Übeltäter stellte sich der doppelte Stromanschluß heraus. Ich hatte das Teil zunächst ans Stromnetz via Netzteil angeschlosssen, später kam noch das USB-Kabel hinzu.
Sowie das Gerät aber per USB mit dem Computer verbunden ist, sollte keine(!) andere Stromquelle angeschlossen sein.
Danach lief alles wie geschmiert.
Betrieb mit Rockband 3
Der Standard-Betrieb:
Auch hier ist der Anschluß, dank der Midi-Out Buchse, unproblematisch. Den Midi Pro Adapter zwischen Keyboard und Konsole geklemmt, Fertig.
Für den Live-Sound nutze ich zunächst natürlich erstmal das Haupt-Feature, die keyboardeigenen Sounds.
Vom Audio Line-Out (2xmono 6,3 Klinke) über den Mixer, kann der Keyboard-Sound über den Volume Regler des Keyboards gut an den RB-Sound angepasst werden, wobei es von haus aus etwas lauter hätte sein können.
Jetzt macht sich natürlich auch der schnelle Zugriff auf die verschiedenen Instrumente per Matrix bezahlt – ein quasi One Touch.
Erste Stücke am „Klavier/Piano“ von Coldplay, B. Marley, Police und man stellt fest, das es prima wäre, wenn ein zweites Instrument für die langgezogenen Noten dazu käme. Dafür bietet das Shortboard unter den E-MU Sounds über 30 Combos, darunter das wohl am häufigsten genutzte Duo Piano/Strings.
Ein weiteres Feature dieses Board ist ja die Layer-Funktion, mit der zwei beliebige Instrumente übereinander gelegt werden können. So ist natürlich jede Combo machbar.
Mit den vorhandenen Combos, die teilweise schon dreifach gesampelt und gelayert sind, werden sogar Multi-Layer möglich, ganz ohne PC. Das soll erst mal ein Gerät dieser Preisklasse nachmachen.
Ab hier beginnen dann aber auch die verschiedensten technischen Klippen, die es zu überwinden gilt...
Der Layer-/Dual Modus
Bewerkstelligt ist dieser Modus am Shortboard schnell über die SPLIT-Taste mit der zunächst der sogenannte Upper Sound, dann durch weiteren Klick der Lower Sound ausgewählt wird. Jetzt liegen zwei Sounds auf der Klaviatur, einmal der Lower-Sound auf der linken und der Upper-Sound auf der rechten Seite der Klaviatur, die jetzt automatisch gesplittet ist. Den Split-Punkt kann man aber auch ändern.
Durch nochmaligen Klick auf die Split-Taste werden die Sounds übereinander gelegt, also gelayert und stehen auf der gesamten Klaviatur zur Verfügung.(Bei entsprechenden Yamaha Modellen wird das nicht über Upper/Lower, sondern extra auf sogenannte R1/R2 (R=rechte Seite)Ebenen realisiert, dabei bleiben Upper/Lower Sounds unberührt.)
Soweit so gut! Doch was macht Rockband damit?
Nun erscheinen die gespielten Instrumente gleichzeitig, aber getrennt, je nach Tonlage auf dem Noten-Highway verteilt, also beispielsweise C3 (rot) und C4(blau). Praktisch werden bei RB zwei Tasten auf dem Highway ausgelöst, obwohl real nur eine gedrückt wurde. Mitunter bleiben die aufgehellten und ausgelösten Spuren auch stehen und gehen nicht wieder aus, nach dem man die Taste losläßt.
Ein Spiel ist so natürlich nicht möglich.
(Gleiches ist mir auch beim Yamaha PSR S710 passiert...)
Geht man auf den normalen Solo-Instrument Modus zurück, ist der Spuk beendet.
Abhilfe könnte hier über das Senden oder Nicht-Senden des entsprechenden Midi-Kanal bringen.
RB begnügt sich ja mit dem Signal der Haupt-Voice, das normalerweise auf Midi-Kanal 1 für Keyboards liegt. Die zweite Voice auf Kanal 2.
Nun kann ich am Shortboard die zweite Voice auch auf Kanal 1 stellen, jedoch behebt es das Problem nicht. Was beim Shortboard nicht möglich oder besser mir nicht gelungen ist, ist das Senden auf Kanal 1 zu beschränken. Das Manual schweigt sich hier aus, wie es das überhaupt bei Controller Betrieb tut. Ein Manko!
Der Dual/Layer Modus des Shortboards kann für RB3 leider nicht genutzt werden. [UPDATE]
Bleiben einem nur die bereits vorhandenen Combos on Board.
Will man mehr, bleibt nur der Weg über den Computer.
Der Parallel-Betrieb mit Computer und RB3 [UPDATE]
Als nächste Hürde wird sich das von E-MU beworbene automatische Umschalten der Midi Anschlüsse erweisen. Sobald das Shortboard an den PC/Mac über die USB Schnittstelle angeschlossen ist, werden die MIDI IN/OUT Buchsen als MIDI Interface umfunktioniert, die dann getrennt von der Keybord-Engine nur noch vom PC aus mit Signalen gesteuert werden, sofern dies in der gewählten Software überhaupt machbar ist. So ist es mir weder in LOGIC noch in GarageBand gelungen, auf dieses Shortboard Midi-Interface entsprechende Signale zu leiten bzw. auszugeben. Das mag aber auch an meiner Unwissenheit bezüglich des Midi-Setups im System und der Software liegen, denn funktionieren tut es, zumindest im Midi-Setup Test und im Programm Synthesia, aber eben nicht in der DAW-Software.
Alternative Midi-Thru Box Verbindung [UPDATE]
Umgehen läßt sich diese Klippe nur, wenn man auf die USB-Schnittstelle verzichtet, zumindest bei gleichzeitigem PC/RB Betrieb.
Dann muss alles über die MIDI-Buchsen realisiert werden, bei abgezogenen USB-Kabel natürlich.
An dieser Stelle wird dann aber eine sogenannte Midi-Thru Box notwendig.
Diese Box macht aus einer MidiOut Buchse zwei oder mehr gleichberechtigte Anschlüsse.
Wir benötigen zwei, einmal für das ebenfalls notwendige USB-MIDI Interface Kabel für den PC und einmal für den Anschluss des MC Midi Pro Adapters für RB3.
Anders als beim E-Drum muss hier eine andere Box, als die von Solution gewählt werden.
Grund dafür ist, das die Solution Thru Box ohne eigenes Netzteil kommt und auch nicht ohne weiteres mit einem Standard-Netzteil betrieben werden kann, da es den Strom gern von der Midi-Buchse erwartet. Nur tun einige Hersteller uns bzw. Solution nicht den Gefallen und liefern den Strom, wenn überhaupt, über andere Pins, als von Solution vorgegeben. Alles ist bei GM standardisiert, nicht aber wo der Strom an liegen soll.
Ohne Probleme geht es dann aber mit der Midi Thru Box von Kenton, die gleich mit Netzteil geliefert wird und gleich 5 Midi-Out Buchsen anbietet, aber mit 58,00 Euro auch etwas teurer ist.
Mit dieser Alternativ-Verbindung kann es nun auch via DAW-Software an die Realisierung des Dual/Layer Modus gehen. Dabei kann das Shortboard die „Hauptstimme“ übernehmen und der PC/Mac die Zweit- und/oder Drittstimme.
Das RB-Tonlage-Syndrom [UPDATE]
Was mich allerdings wundert ist, das noch niemandem aufgefallen ist oder hier kundgetan hat, das RB einige Titel in einer anderen Tonlage chartet, als im Original, meist eine Oktave tiefer.
Die Oktave am Keyboard einfach höher zu stellen hilft da nicht, weil man dann auch den RB-Bereich verläßt.
Da hilft auch nur Trick17, in dem man die Tonlage der Voice/Instrumente selbst an Keyboard oder PC ändert, RB aber noch die geforderte Tonlage sendet/vorgaukelt.
Beim Keyboard geht das nur, wenn das Keyboard eine Änderung der Voice selbst zuläßt und dabei die zweite Voice nicht mitsendet.
Das Shortboard ist diesbezüglich leider nicht in der Lage, aber unter Zuhilfenahme des PC/Mac ist das Unternehmen dennoch realisierbar.
Beide, PC und Keyboard sind Sound-/Audioseitig mit der Soundanlage via Mixer verbunden.
Midiseitig über die Alternativ-Verbindung via ThruBox.
Die Haupt-Voice des Keyboards wird intern zur Zweit-Voice umgestrickt, die nach RB aber die geforderte Tonlage überträgt und das PC Instrument übernimmt die führende Voice, in der richtigen Tonlage, die RB ja nicht direkt übermittelt wird.
Zu bewerkstelligen ist das über den Mixer, der die Audio Signale wunschgemäß ausbalanciert.
Fertig. Rein akustisch stimmt dann zumindest die Hauptstimme.
Man kann dem PC/Mac auch alles überlassen, so dass er alle Instrumente audioseitig ausgibt z.B. geänderte Tonlage C4 und das Keyboard sendet die ALIBI-Midi-Signale beispielsweise weiterhin auf das RB-konforme C3 und ist audioseitig auf stumm/leise.
Fazit:
Das Shortboard ist für den schnellen Live-Gig mit boardeigenen Sounds, auch für RB uneingeschränkt geeignet!
Dabei ist der schnelle Zugriff auf die durchaus gut klingenden Instrumente über die Matrix sehr vorteilhaft.
Die Hardware selbst ist robust und wertig ausgeführt. Die Tastatur ist in dieser Preisklasse vorbildlich, fest im Anschlag, aber dennoch sensibel und differenziert genug.
Was im „normalen“ Musikmarkt etwas exotisch wirkt, ist für Rockband Player ein Segen – Ein Keyboard ohne Schnick-Schnack, mit guten (in Echtzeit) editierbaren onBoard Sounds, das zudem kompakte Maße hat und alle notwendigen Anschlüsse bietet und das zu einem sensationell niedrigem Preis!
Vergleichbare Home-Keyboards ziehen in dieser Preisklasse allesamt den kürzeren, wenn sie überhaupt RB-tauglich sind. (Alle neueren Yamaha Einsteiger Modelle z.B. PSR E 333/423, fallen da generell durch und die soundmäßig weniger guten Casio Teile sind nur über Zusatz-Hardware, der Kenton USB-Midi to Host Box, mit RB zu betreiben, da diese alle nur noch über eine USB-Midi Schnittstelle verfügen, Casio aber zumindest, anders als die Yamaha Modelle, noch class compliant sind, was Voraussetzung für die Kenton USB2Host Box ist. Ältere Yamaha Modelle wie das EZ200 oder PSR E313 sind noch RB-tauglich, da mit MIDI-OUT Buchsen ausgerüstet)
Master-Keyboards kommen in der Regel ohne On Board Sounds und wenn ja, wie bspw. Das M-Audio Keystudio 49i oder sono Pro61 mit 1 bzw. 5 mageren GM Piano Sounds. Jene benötigen also stets den Computer, als Live-Sound Erzeuger.
Beim Parallel-Betrieb mit Computer und RB, gilt es einige Klippen zu umschiffen.
Dies ist aber weniger dem Shortboard anzulasten, sondern den technischen Gegebenheiten geschuldet und treten so oder ähnlich auch mit anderen Keyboards auf.
Unterm Strich eine unbedingte Kaufempfehlung!
Für schlappe 149,00 Euro, momentan nur noch über Thomann zu beziehen, alle anderen Händler melden bereits Sold OUT.

























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